Nachdem die 257. Erlanger Bergkirchweih bei Klängen von Lily Marleen Tausenden Taschentuchwinkern (auch der Himmel tröpfelte vorher ein paar Tränen) und dem obligatorischen Fassbegräbnis am Montag, 4. Juni 2012, zu Ende ging, lässt sich als Fazit ziehen: Rund 1 Mio. Besucher – Festwirte, Schausteller, Stadt Erlangen, Polizei und Rettungsdienste sind zufrieden. Und auch den immer weiter um sich greifende Dirndl- und Lederhosenirrsinn sowie die Tendenz, den Berg am Abend auf manchen Kellern in eine Ballermann-Partyzone zu verwandeln, lässt man gewähren.

Die Brauereien können sich ebenfalls freuen, schließlich spielte das durstig machende Wetter mit und schon am zweiten Kirchweihsamstag (vor Trinitatis), als der Berg gestürmt wurde wie selten, wurde es an manchen Kellern eng mit dem Gerstensaft bzw. mit den Maßkrügen. Am Schlusstag war es tatsächlich so weit: Um 21.45 Uhr gab es am Steinbach Keller kein Bergkirchweihbier mehr. Nachdem der letzte Tropfen des dunklen Elixiers aus dem Tank gezapft war, hieß es fortan, das naturbelassene Vollbier der Brauerei muss in die Krüge, sodass auch die obligatorische Nachfeier im Kellergewölbe mit Storchenbier zelebriert wurde – was der guten Stimmung aber keinesfalls schadete!

Ein Wort zum Schluss zur Zählweise: Auch wenn wiederholt in den Printmedien von der 243. Ausgabe des Erlanger Traditionsfestes die Rede ist, bleiben wir auf Basis der 200. Erlanger Bergkirchweih, die die Stadt im Jahr 1955 feierte, dabei, 2012 hatten wir die 257. Erlanger Bergkirchweih, sodass wir uns 2013 auf den 258. Berg freuen können. Natürlich fiel die Bergkirchweih hungersnot- und kriegsbedingt mehrfach aus, doch schließlich werden auch weltkriegsbedingt ausgefallene Olympische Spiele hinsichtlich ihrer Nummerierung mitgezählt.

Weitere Fotoimpressionen der diesjährigen Erlanger Bergkirchweih von Sabine Ismaier: http://www.erlanger-fotos.de/fotogalerien/BKW2012/index.html