{"id":1346,"date":"2012-06-25T13:11:58","date_gmt":"2012-06-25T12:11:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.erlanger.de\/?p=1346"},"modified":"2012-06-29T16:20:29","modified_gmt":"2012-06-29T15:20:29","slug":"ottensooser-kirwa-2012-vogelsuppe-kitzmann-bier-baumaufstellen-kirchweihsingen-storchengluck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.erlanger.de\/?p=1346","title":{"rendered":"Ottensooser Kirwa 2012: Vogelsuppe &#8211; Kitzmann-Bier &#8211; Baumaufstellen &#8211; Kirchweihsingen -Storchengl\u00fcck!"},"content":{"rendered":"<p>Immer Mitte Juni feiert die Gemeinde Ottensoos im Landkreis N\u00fcrnberger Land ihre Kirchweih \u2013 und es ist ein Kirchweihfest mit einigen Besonderheiten. Es geht los am Donnerstag (obwohl eigentlich noch kein offizieller Kirchweihtag) mit dem traditionellen Vogelsuppenessen, wobei diese Suppenbesonderheit eine Spezialit\u00e4t der Hersbrucker Schweiz ist und dort in vielen Orten jeweils am Donnerstag vor der Kirchweih serviert wird. Schlie\u00dflich wurde schon fr\u00fcher zur Kirchweih geschlachtet und da es damals noch keine K\u00fchlm\u00f6glichkeiten in gr\u00f6\u00dferem Rahmen gab, mussten verderbliche Waren wie Innereien m\u00f6glichst schnell verarbeitet werden. Aus diesem Grund entstand die Vogelsuppe (benannt nach dem Pommelsbrunner Gastwirt Vogel), die aus gekochtem Rindfleisch und Innereien besteht. H\u00e4ufig wird sie mit Semmel- oder Leberkn\u00f6deln serviert. In Ottensoos sorgt f\u00fcr diesen Gaumenschmaus heute (in der Version mit Leberkn\u00f6deln) die Metzgerei Walter.<\/p>\n<p>Am Freitag, 15. Juni 2012, zelebrierte Ottensoos Erster B\u00fcrgermeister Klaus Falk den Bieranstich. Im Fass das hervorragende und pr\u00e4mierte Kitzmann Helle aus Erlangen, das im Beisein von Brauereichef Peter Kitzmann als Freibier an die durstigen\u00a0Kirwasbesucher ging.<\/p>\n<p>Die H\u00f6hepunkte des Samstags waren das nachmitt\u00e4gliche Aufstellen des Kirchweihbaums an der oberen Dorfstra\u00dfe durch die \u201eKirwaboum\u201c und nach 20 Uhr das traditionelle Volksliedersingen am Dorfplatz in die Abendd\u00e4mmerung hinein. Nach Auftritten von Posaunenchor, Schulchor, Frauensingkreis und M\u00e4nnergesangverein wird das Ottensooser Kirchweihsingen traditionell mit dem gemeinsamen Lied \u201eGuten Abend, gute Nacht\u201c beendet.<\/p>\n<p>Auch das Ottensooser Storchenpaar verfolgte das Kirchweihtreiben mit Interesse, hatte es sich doch Anfang 2012 entschieden, weiter \u00fcber dem Ort auf dem zentralen Brauereigel\u00e4nde \u201ewohnhaft\u201c zu bleiben. Nachdem von einem der beiden gro\u00dfen M\u00e4lzereikamine im Herbst 2011 ein stattlicher Eisenring abgefallen war, mussten der rote Schornstein mit der charakteristischen Windhaube und der gelbe \u201eStorchenschlot\u201c, welcher bisher das Storchennest trug, aus Sicherheitsgr\u00fcnden abgerissen werden. Als Ersatzstandort boten die Ottensooser den St\u00f6rchen (mit Unterst\u00fctzung des Landesbundes f\u00fcr Vogelschutz) einen extra gezimmerten Dachreiter auf einer privaten Scheune direkt am Pegnitzgrund an. Doch diese zeigten nach ihrer R\u00fcckkehr im Fr\u00fchjahr 2012 der neuen Horstunterlage \u201edie kalte Schulter\u201c und bauten ihr Nest auf einem der \u00fcbriggebliebenen Brauereischlote. Wie gesagt, von hier oben kann man Ottensoos hervorragend \u00fcberblicken und hat das Kirchweihgeschehen zu seinen F\u00fc\u00dfen!<\/p>\n<p>2011 anl\u00e4sslich der R\u00fcckkehr der Ottensooser Kirchweih in den Hof der ehemaligen Kronen Br\u00e4u (Betriebseinstellung 2000\/2001) schrieb Martin Schieber einen Hintergrundartikel f\u00fcr die \u00f6rtliche Presse, den er uns freundlicherweise zur Verf\u00fcgung stellte:<\/p>\n<p>\u201eDie Ottensooser Kirchweih kehrt 2011 in den Brauereihof zur\u00fcck. Hier, mitten im Dorf, stand das Festzelt auch schon in den Jahren vor Schlie\u00dfung der traditionsreichen \u201eKronenbr\u00e4u\u201c. Die Tatsache, dass das Gasthaus \u201eRotes Ross\u201c, in dem viele Elemente der Kirchweih stattfanden, zwei Wochen vor der diesj\u00e4hrigen Kirchweih Insolvenz anmeldete, lie\u00df die Gemeindeverwaltung schnell handeln: Die \u201eVogelsuppe\u201c am Donnerstagabend schien ebenso in Gefahr wie der traditionelle Tanz nach dem Baum-Austanzen der Kirwaboum und \u2013madla. So kehren nun alle, die in den letzten Jahren den Festplatz am Weiher organisiert hatten, in den Brauereihof zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Endlich wird somit wenigstens die Tage der Kirchweih wieder Leben in das Kronenbr\u00e4u-Areal einziehen. Ansonsten wird den Ottensoosern t\u00e4glich schmerzlich bewusst, dass vor elf Jahren die jahrhundertelange Brautradition endete. Dass in einem Dorf wie Ottensoos schon seit dem 16. Jahrhundert Bier gebraut wurde, ist \u00e4u\u00dferst ungew\u00f6hnlich. Bierherstellung war n\u00e4mlich ein Recht der St\u00e4dte. Nur dort, wo es durch besondere Umst\u00e4nde von der Obrigkeit erlaubt wurde, konnte man sich dar\u00fcber hinwegsetzen. Solche Umst\u00e4nde herrschten im Rothenberger Land, zu dem Ottensoos seit 1478 z\u00e4hlte. Im Markt Schnaittach und in Ottensoos erlaubten die Ganerben, also die fr\u00e4nkischen Adelsfamilien, die auf dem Rothenberg das Sagen hatten, das Bierbrauen. Da damit vor allem die Laufer Brauer ihr Gesch\u00e4ft beeintr\u00e4chtigt sahen, veranlassten sie den Rat der Reichsstadt N\u00fcrnberg, bei den Ganerben zu protestieren. Diese lie\u00dfen sich von au\u00dfen in ihre Wirtschaftspolitik nicht hineinreden, war es doch vor allem ihr Bestreben gewesen, die N\u00fcrnberger Wirtschaft zu sch\u00e4digen und die im eigenen Land zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in Schnaittach das Braurecht auf mehr als 20 Anwesen verteilt war und so eine klassische \u201eBraukommune\u201c entstand, die ein gemeinsames Kommunbrauhaus betrieb, lag das Braurecht in Ottensoos beim Gasthaus \u201eZu den drei goldenen Kronen\u201c \u2013 als traditionellen Hausnamen trug das Anwesen schlicht und einfach \u201eWirt\u201c. Die Kronen im Namen von Gasthaus und Brauerei sollen \u00fcbrigens die Kronen der drei \u201eheiligen Madl\u201c Barbara, Katharina und Margarete sein, die diese auf dem s\u00fcdlichen Seitenaltar der Veitskirche als fr\u00fchchristliche M\u00e4rtyrerinnen auf dem Haupt tragen.<\/p>\n<p>Jahrhunderte lang war die Ottensooser Brauerei eine Gasthausbrauerei, die ihr Bier im Ort selbst verkaufte und nur wenig in die engere Umgebung exportierte. Dies \u00e4nderte sich erst mit dem Bau der Ostbahnlinie von N\u00fcrnberg \u00fcber Lauf und Ottensoos nach Amberg im Jahr 1859. Mit der Bahn kamen auch erste Ausfl\u00fcgler und Sommerfrischler in den Ort, und die Gastronomie erlebte einen ungeahnten Aufschwung. Neben den beiden Traditionswirtsh\u00e4usern, dem \u201eRoten Ross\u201c und der Brauereigastst\u00e4tte, entstanden weitere Gast- und sogar Beherbergungsbetriebe. In bester fr\u00e4nkisch-altbayerischer Tradition er\u00f6ffnete die Kronenbr\u00e4u auch neben ihrem Felsenkeller, der am Aufstieg zur Hochfl\u00e4che der Alb lag, ein gut gehendes Gasthaus.<\/p>\n<p>Im 20. Jahrhundert, nach der Entwicklung der Flaschenabf\u00fcllung von Bier, machte sich die Ottensooser Brauerei im weiten Umkreis einen guten Namen. Auch in N\u00fcrnberg sch\u00e4tzte man vielerorts in Kantinen und Wirtschaften den Gerstensaft der Familie S\u00fc\u00df. Dieser Boom, der nach dem Zweiten Weltkrieg unvermindert anhielt, ist dem leerstehenden Brauereigel\u00e4nde bis heute anzusehen: Das ehemalige Gasthaus ist im Ensemble fast nur noch ein Nebengeb\u00e4ude \u2013 moderne Brau- und Logistiktechnik forderte immer mehr Raum. So kam es, dass der heutige Brauereihof entstand \u2013 urspr\u00fcnglich standen dort zwei landwirtschaftliche Anwesen, darunter die Ottensooser Schmiede. Um genug Raum f\u00fcr den LKW-Ladeverkehr zu erhalten, wurden sie abgebrochen, und die nun wieder f\u00fcr die Kirchweih genutzte Fl\u00e4che entstand.<\/p>\n<p>Bleibt zu hoffen, dass es die Ottensooser verstehen, aus dem Niedergang der Brauerei und der Insolvenz des benachbarten Gasthauses Neues zu schaffen \u2013 ein Wirtshaus und ein neu genutztes Brauereigel\u00e4nde mit gen\u00fcgend Platz f\u00fcr Feste und Begegnungen im Alltag tun Not im Dorf! Immerhin stellt ja das gute Bier der Brauerei Kitzmann aus Erlangen eine enge Verbindung zur Ottensooser Brautradition her, war die Mutter des heutigen Chefs des Familienunternehmens doch eine Ottensooser Brauerstochter \u2026\u201c<\/p>\n<p>Wir haben f\u00fcr Sie abendliche Ottensooser Kirchweihimpressionen am Samstag, 16. Juni 2012, eingefangen:<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer Mitte Juni feiert die Gemeinde Ottensoos im Landkreis N\u00fcrnberger Land ihre Kirchweih \u2013 und es ist ein Kirchweihfest mit einigen Besonderheiten. Es geht los am Donnerstag (obwohl eigentlich noch kein offizieller Kirchweihtag) mit dem traditionellen Vogelsuppenessen, wobei diese Suppenbesonderheit eine Spezialit\u00e4t der Hersbrucker Schweiz ist und dort in vielen Orten jeweils am Donnerstag vor &hellip; <a href=\"https:\/\/www.erlanger.de\/?p=1346\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Ottensooser Kirwa 2012: Vogelsuppe &#8211; Kitzmann-Bier &#8211; Baumaufstellen &#8211; Kirchweihsingen -Storchengl\u00fcck!<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1355,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[153,150,155,154,149,152,151,156],"class_list":["post-1346","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","tag-kirchweihsingen","tag-kirwa","tag-kitzmann-helles","tag-kronen-brau-ottensoos","tag-ottensoos","tag-ottensooser-kirchweih","tag-ottensooser-storche","tag-vogelsuppe"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.erlanger.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1346","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.erlanger.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.erlanger.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.erlanger.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.erlanger.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1346"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.erlanger.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1346\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1356,"href":"https:\/\/www.erlanger.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1346\/revisions\/1356"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.erlanger.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1355"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.erlanger.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1346"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.erlanger.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1346"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.erlanger.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1346"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}