{"id":634,"date":"2011-04-25T17:40:06","date_gmt":"2011-04-25T16:40:06","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.erlanger.de\/?p=634"},"modified":"2012-01-07T17:48:05","modified_gmt":"2012-01-07T16:48:05","slug":"das-ehemalige-neustadter-schieshaus-war-auch-immer-wirtshaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.erlanger.de\/?p=634","title":{"rendered":"Das ehemalige Neust\u00e4dter Schie\u00dfhaus war auch immer Wirtshaus"},"content":{"rendered":"<p>Trotz Protesten und Unterschriftenlisten des Heimat- und Geschichtsvereins und des Haus- und Grundbesitzervereins Erlangen gegen Abriss von Fassade und Dachstuhl des ehemaligen Neust\u00e4dter Schie\u00dfhauses N\u00fcrnberger Stra\u00dfe 26 wird wohl das barocke Objekt dem Neubau des Einkaufszentrums Grande Galerie, der einem architektonischen Gesamtkonzept folgen soll, weichen m\u00fcssen. Beim Bau der ersten Grande Galerie im Jahr 1987 wurde das Anwesen N\u00fcrnberger Stra\u00dfe 26 noch als denkmalschutzw\u00fcrdig eingestuft und daher in seinem \u00e4u\u00dferen Erscheinungsbild in den Gesamtkomplex integriert.<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n<p>Den Denkmalschutzstatus hat es vor einigen Jahren verloren, sodass sich auch der Erlanger Stadtrat nicht dazu in der Lage sah, einen Neubau der Grande Galerie unter Vernichtung von barocker Fassade und Dachstuhl zu verhindern. Bis zur Entmietung der Grande Galerie wurde das ehemalige Neust\u00e4dter Schie\u00dfhaus (wenn man so will traditionsgem\u00e4\u00df) auch gastronomisch genutzt &#8211; hier bot ein China-Restaurant, dessen nach hinten ausgerichtete Dachterrasse ganz besonders beliebt war, fern\u00f6stliche Spezialit\u00e4ten, aber auch Erlanger Kitzmannbiere an.<\/p>\n<p>Grund genug f\u00fcr uns, an dieser Stelle an die Gastronomiegeschichte des Barockhauses N\u00fcrnberger Stra\u00dfe 26 zu erinnern. Das Neust\u00e4dter Schie\u00dfhaus der Deutschen Flintensch\u00fctzenkompanie wurde im Jahr 1728 an der Allee vor dem N\u00fcrnberger Tor errichtet und erhielt bereits im darauf folgenden Jahr die Gastst\u00e4ttenerlaubnis unter dem Namen &#8222;Zum Erbprinzen&#8220;. Im 19. Jahrhundert wechselte die Gastronomie den Namen und erhielt die Bezeichnung &#8222;Gastst\u00e4tte zur Stadt N\u00fcrnberg&#8220;.<\/p>\n<p>In dem gutb\u00fcrgerlichen Gasthaus wurden bis 1975 die Biere der Erlanger Erich Br\u00e4u ausgeschenkt, die Hauptp\u00e4chterin der Gastst\u00e4ttenr\u00e4ume des Barockhauses war. Gerne wurde hier vor allem das vom Fass gezapfte Vollbier hell getrunken, welches die Erich Br\u00e4u unter der Bezeichnung &#8222;Urtyp hell&#8220; vermarktete. Bereits im Jahr 1963 wechselte allerdings die Ausrichtung der K\u00fcche. Hier entstand mit der Pizzeria Alfredo eines der ersten italienischen Lokale Erlangens. Das blieb auch nach Schlie\u00dfung der Erich Br\u00e4u 1975 so, in den Folgejahren wurden in diesem Objekt der Weidner-Memini-Gastronomie die Produkte der N\u00fcrnberg-F\u00fcrther Patrizier Br\u00e4u ausgeschenkt.<\/p>\n<p>Aber nicht sehr lange, denn auch hier wechselte man (wie damals vielfach in der Erlanger Gastronomie bei Ablauf der Bierlieferungsvertr\u00e4ge) zum original in der Universit\u00e4tsstadt gebrauten Kitzmannbier.<\/p>\n<p>Hoffen wir, dass auf der vom Stadtrat gew\u00fcnschten Gedenktafel am neuen Einkaufszentrum auch die Gastst\u00e4tten- und Bierlieferungshistorie des ehemaligen Neust\u00e4dter Schie\u00dfhauses eine w\u00fcrdige Ber\u00fccksichtigung findet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz Protesten und Unterschriftenlisten des Heimat- und Geschichtsvereins und des Haus- und Grundbesitzervereins Erlangen gegen Abriss von Fassade und Dachstuhl des ehemaligen Neust\u00e4dter Schie\u00dfhauses N\u00fcrnberger Stra\u00dfe 26 wird wohl das barocke Objekt dem Neubau des Einkaufszentrums Grande Galerie, der einem architektonischen Gesamtkonzept folgen soll, weichen m\u00fcssen. 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