Von Georg Ernst Vierzigmann 1729 gegründet, produzierte der Betrieb bis etwa 1870 vornehmlich für den Bedarf in der Nachbarschaft. Ein jahrzehntelanger Aufstieg begann mit der Übernahme durch Georg Erlwein 1876. Technische Modernisierungen, stete Absatzsteigerungen mit dem Schwerpunkt Nürnberg/Fürth und die Aufnahme des Direktors Leonhard Wilhelm Schultheiss als Teilhaber (1895) waren dabei die eine Seite; die andere waren Brände, Unfälle, Streiks und Klagen über Umweltbelästigungen. Die Brauereigebäude dehnten sich damals fast bis zum Schlossgarten aus, die Universitätsstraße wurde erst viel später gebaut. Der 1. Weltkrieg und seine Folgen brachten für Erlwein & Schultheiss 1919 die Übernahme durch die Hofbräu Bamberg. Bald war die Braustätte erneut erfolgreich und ließ Ende der 1920er Jahre im Bierausstoß sogar die Erich Bräu weit hinter sich. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wendete sich wegen des jüdischen Großaktionärs Ignatz Nacher das Blatt, die Firma wurde schon 1934 „arisiert“. Wenig später kam mit einem Großbrand 1936 das Ende als Sudstandort. Es blieben nur eine Bierniederlassung (für die Bamberger Produktion) und die Eisfabrikation. 1954 wurde das große, kliniknahe Ruinengelände an der Universitäts- bzw. Krankenhausstraße geräumt und an die Friedrich-Alexander-Universität verkauft, die hier die Institute für Rechtsmedizin und Pharmakologie sowie die Klinikapotheke errichtete. Das Depot der Hofbräu AG fand neue Standorte in der Hofmannstr. 116 und anschließend am Südrand von Tennenlohe (bis 1977). Die Hofbräu AG ging in der Patrizier-Bräu AG Nürnberg auf.

Das Hofbräu-Stübel am Bohlenplatz 4

Mit dem 1728 errichteten Haus war seit 1731 das Garküchenrecht zu den „Drei Rosen“ verbunden. Die angrenzende Krankenhausstraße wurde damals auch als Rosen- oder Drei-Rosenwirts-Gasse bezeichnet. 1921 erwarb die Hofbräu AG das Gebäude, das 1926 gründlich renoviert wurde. Seit etwa 1931 führte der Betrieb den Namen Hofbräu-Stübel, später folgte u.a. die Bezeichnung „Balkangrill“, heute befindet sich hier das griechische Restaurant „Delphi“.