Nicht nur in heutiger Zeit, sondern bereits Anfang des 20. Jahrhunderts verstanden es die Erlanger Bierbrauereien, ihre Spezialitäten unter eingängigen sympathischen Bezeichnungen zu vermarkten. Dies umso mehr im Heimatmarkt, genügte doch in der Ferne immer noch die wohlklingende Bezeichnung "Erlanger", damit die bieraffine Kundschaft sofort wusste, dass hier ein köstliches Untergäriges aus der fränkischen Universitätsstadt am Hahn war. Im März 1911 warb die wenige Jahre zuvor aus der Helbigschen Brauerei und der Brauerei der Gebrüder Reif hervorgegangene H. Henninger Reifbräu Erlangen AG u.a. in den Fränkischen Nachrichten mit folgender Anzeige: "Oster-Gold - unter dieser Marke bringen wir ab Samstag, den 25. dieses Monats, ein als Spezialität hergestelltes helles Bockbier zum Ausschank. Dasselbe ist sowohl vom Fass als auch in Flaschen bei unseren sämtlichen Herren Wirten erhältlich. Henninger Reifbräu." Die Biersorte hielt sich bis in die ersten Jahrzehnte der jungen Bundesrepublik Deutschland und ist als (einfaches) helles Frühjahrsbockbier (im Gegensatz zum Doppelbock) untergäriger Brauart bis heute unvergessen. Henninger-Reif, seinerezeit die größte Erlanger Brauerei, die seit 1972 zum Patrizierverbund gehörte, musste bekanntlich Ende 1974 die Produktion einstellen.  

Fränkische Nachrichten vom 25.03.1911, Stadtarchiv Erlangen