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Ottensooser Kirwa 2012: Vogelsuppe – Kitzmann-Bier – Baumaufstellen – Kirchweihsingen -Storchenglück!

Immer Mitte Juni feiert die Gemeinde Ottensoos im Landkreis Nürnberger Land ihre Kirchweih – und es ist ein Kirchweihfest mit einigen Besonderheiten. Es geht los am Donnerstag (obwohl eigentlich noch kein offizieller Kirchweihtag) mit dem traditionellen Vogelsuppenessen, wobei diese Suppenbesonderheit eine Spezialität der Hersbrucker Schweiz ist und dort in vielen Orten jeweils am Donnerstag vor der Kirchweih serviert wird. Schließlich wurde schon früher zur Kirchweih geschlachtet und da es damals noch keine Kühlmöglichkeiten in größerem Rahmen gab, mussten verderbliche Waren wie Innereien möglichst schnell verarbeitet werden. Aus diesem Grund entstand die Vogelsuppe (benannt nach dem Pommelsbrunner Gastwirt Vogel), die aus gekochtem Rindfleisch und Innereien besteht. Häufig wird sie mit Semmel- oder Leberknödeln serviert. In Ottensoos sorgt für diesen Gaumenschmaus heute (in der Version mit Leberknödeln) die Metzgerei Walter.

Am Freitag, 15. Juni 2012, zelebrierte Ottensoos Erster Bürgermeister Klaus Falk den Bieranstich. Im Fass das hervorragende und prämierte Kitzmann Helle aus Erlangen, das im Beisein von Brauereichef Peter Kitzmann als Freibier an die durstigen Kirwasbesucher ging.

Die Höhepunkte des Samstags waren das nachmittägliche Aufstellen des Kirchweihbaums an der oberen Dorfstraße durch die „Kirwaboum“ und nach 20 Uhr das traditionelle Volksliedersingen am Dorfplatz in die Abenddämmerung hinein. Nach Auftritten von Posaunenchor, Schulchor, Frauensingkreis und Männergesangverein wird das Ottensooser Kirchweihsingen traditionell mit dem gemeinsamen Lied „Guten Abend, gute Nacht“ beendet.

Auch das Ottensooser Storchenpaar verfolgte das Kirchweihtreiben mit Interesse, hatte es sich doch Anfang 2012 entschieden, weiter über dem Ort auf dem zentralen Brauereigelände „wohnhaft“ zu bleiben. Nachdem von einem der beiden großen Mälzereikamine im Herbst 2011 ein stattlicher Eisenring abgefallen war, mussten der rote Schornstein mit der charakteristischen Windhaube und der gelbe „Storchenschlot“, welcher bisher das Storchennest trug, aus Sicherheitsgründen abgerissen werden. Als Ersatzstandort boten die Ottensooser den Störchen (mit Unterstützung des Landesbundes für Vogelschutz) einen extra gezimmerten Dachreiter auf einer privaten Scheune direkt am Pegnitzgrund an. Doch diese zeigten nach ihrer Rückkehr im Frühjahr 2012 der neuen Horstunterlage „die kalte Schulter“ und bauten ihr Nest auf einem der übriggebliebenen Brauereischlote. Wie gesagt, von hier oben kann man Ottensoos hervorragend überblicken und hat das Kirchweihgeschehen zu seinen Füßen!

2011 anlässlich der Rückkehr der Ottensooser Kirchweih in den Hof der ehemaligen Kronen Bräu (Betriebseinstellung 2000/2001) schrieb Martin Schieber einen Hintergrundartikel für die örtliche Presse, den er uns freundlicherweise zur Verfügung stellte:

„Die Ottensooser Kirchweih kehrt 2011 in den Brauereihof zurück. Hier, mitten im Dorf, stand das Festzelt auch schon in den Jahren vor Schließung der traditionsreichen „Kronenbräu“. Die Tatsache, dass das Gasthaus „Rotes Ross“, in dem viele Elemente der Kirchweih stattfanden, zwei Wochen vor der diesjährigen Kirchweih Insolvenz anmeldete, ließ die Gemeindeverwaltung schnell handeln: Die „Vogelsuppe“ am Donnerstagabend schien ebenso in Gefahr wie der traditionelle Tanz nach dem Baum-Austanzen der Kirwaboum und –madla. So kehren nun alle, die in den letzten Jahren den Festplatz am Weiher organisiert hatten, in den Brauereihof zurück.

Endlich wird somit wenigstens die Tage der Kirchweih wieder Leben in das Kronenbräu-Areal einziehen. Ansonsten wird den Ottensoosern täglich schmerzlich bewusst, dass vor elf Jahren die jahrhundertelange Brautradition endete. Dass in einem Dorf wie Ottensoos schon seit dem 16. Jahrhundert Bier gebraut wurde, ist äußerst ungewöhnlich. Bierherstellung war nämlich ein Recht der Städte. Nur dort, wo es durch besondere Umstände von der Obrigkeit erlaubt wurde, konnte man sich darüber hinwegsetzen. Solche Umstände herrschten im Rothenberger Land, zu dem Ottensoos seit 1478 zählte. Im Markt Schnaittach und in Ottensoos erlaubten die Ganerben, also die fränkischen Adelsfamilien, die auf dem Rothenberg das Sagen hatten, das Bierbrauen. Da damit vor allem die Laufer Brauer ihr Geschäft beeinträchtigt sahen, veranlassten sie den Rat der Reichsstadt Nürnberg, bei den Ganerben zu protestieren. Diese ließen sich von außen in ihre Wirtschaftspolitik nicht hineinreden, war es doch vor allem ihr Bestreben gewesen, die Nürnberger Wirtschaft zu schädigen und die im eigenen Land zu stärken.

Während in Schnaittach das Braurecht auf mehr als 20 Anwesen verteilt war und so eine klassische „Braukommune“ entstand, die ein gemeinsames Kommunbrauhaus betrieb, lag das Braurecht in Ottensoos beim Gasthaus „Zu den drei goldenen Kronen“ – als traditionellen Hausnamen trug das Anwesen schlicht und einfach „Wirt“. Die Kronen im Namen von Gasthaus und Brauerei sollen übrigens die Kronen der drei „heiligen Madl“ Barbara, Katharina und Margarete sein, die diese auf dem südlichen Seitenaltar der Veitskirche als frühchristliche Märtyrerinnen auf dem Haupt tragen.

Jahrhunderte lang war die Ottensooser Brauerei eine Gasthausbrauerei, die ihr Bier im Ort selbst verkaufte und nur wenig in die engere Umgebung exportierte. Dies änderte sich erst mit dem Bau der Ostbahnlinie von Nürnberg über Lauf und Ottensoos nach Amberg im Jahr 1859. Mit der Bahn kamen auch erste Ausflügler und Sommerfrischler in den Ort, und die Gastronomie erlebte einen ungeahnten Aufschwung. Neben den beiden Traditionswirtshäusern, dem „Roten Ross“ und der Brauereigaststätte, entstanden weitere Gast- und sogar Beherbergungsbetriebe. In bester fränkisch-altbayerischer Tradition eröffnete die Kronenbräu auch neben ihrem Felsenkeller, der am Aufstieg zur Hochfläche der Alb lag, ein gut gehendes Gasthaus.

Im 20. Jahrhundert, nach der Entwicklung der Flaschenabfüllung von Bier, machte sich die Ottensooser Brauerei im weiten Umkreis einen guten Namen. Auch in Nürnberg schätzte man vielerorts in Kantinen und Wirtschaften den Gerstensaft der Familie Süß. Dieser Boom, der nach dem Zweiten Weltkrieg unvermindert anhielt, ist dem leerstehenden Brauereigelände bis heute anzusehen: Das ehemalige Gasthaus ist im Ensemble fast nur noch ein Nebengebäude – moderne Brau- und Logistiktechnik forderte immer mehr Raum. So kam es, dass der heutige Brauereihof entstand – ursprünglich standen dort zwei landwirtschaftliche Anwesen, darunter die Ottensooser Schmiede. Um genug Raum für den LKW-Ladeverkehr zu erhalten, wurden sie abgebrochen, und die nun wieder für die Kirchweih genutzte Fläche entstand.

Bleibt zu hoffen, dass es die Ottensooser verstehen, aus dem Niedergang der Brauerei und der Insolvenz des benachbarten Gasthauses Neues zu schaffen – ein Wirtshaus und ein neu genutztes Brauereigelände mit genügend Platz für Feste und Begegnungen im Alltag tun Not im Dorf! Immerhin stellt ja das gute Bier der Brauerei Kitzmann aus Erlangen eine enge Verbindung zur Ottensooser Brautradition her, war die Mutter des heutigen Chefs des Familienunternehmens doch eine Ottensooser Brauerstochter …“

Wir haben für Sie abendliche Ottensooser Kirchweihimpressionen am Samstag, 16. Juni 2012, eingefangen:

ZDF-Sendung „Hopfen und Malz verloren! Wie gut ist Deutschlands Bier wirklich?“

Am Mittwoch, 6. Juni 2012, zeigte das ZDF um 22.45 Uhr aus der Sendereihe ZDFzoom die Reportage „Hopfen und Malz verloren! Wie gut ist Deutschlands Bier wirklich?“, die wir Ihnen zur Meinungsbildung ans Herz legen möchten:

Video direkt in der ZDF-Mediathek ansehen!

Hierzu zwei Anmerkungen:

  1. Ein Zitat aus dem Jahr 2000 von Dipl.-Brauereiingenieur Manfred Pscherer (1932 – 2002), von 1965 bis 1975 erster Braumeister der Erich Bräu Erlangen: „Seit Jahrzehnten gibt es in Deutschland kein Patent mehr auf eine brautechnologische Neuerung, die einzig und allein auf geschmacklich besseres Bier abzielt!“
  2. Also: Seien wir glücklich und ein wenig stolz, dass unsere beiden Erlanger Braustätten so vielfältige und individuelle Biere herstellen, wie beispielsweise das rauchzarte, mit Whiskeymalz gebraute Scotty, das beerenfruchtige Jubiläums-Rotbier 300 oder die köstlichen hellen Weizenböcke, die „Königssorte“ der Obergärung!

Der „Pinsl“ auf dem Berg

Künstler und Erlanger Original oder aufdringlicher Mensch mit übersteigertem Hang zu geistigen Getränken? Die Waagschale wird sich wohl zu ersterem hinneigen, je mehr Zeit seit dem Tod des guten „Pinsl“, bürgerlich Erhard Königsreuther, im März 2009 vergangen ist. Schließlich wurde ihm während der Bergkirchweih 2012 gleich in mehrfacher Hinsicht – teilweise unübersehbar – gedacht.

Die Festwirte Thomas Fischer (Erich Keller) und Alexander Wittmann (Hübners Keller) haben einen besonderen Pinsl-Maßkrug entwerfen lassen und in einer Auflage von 1.000 Stück zum normalen Pfandpreis von 5,00 € beim Ausschank ihres Tucher-Bergkirchweih-Festbiers in Umlauf gebracht. Dem Vernehmen nach waren bereits nach dem Pfingstwochenende alle Pinsl-Krüge ausgegeben und in die Schränke der Sammler gewandert.

Die Frauenauracherin Ursula Krapohl, deren Bergkirchweih-Postkarten am Zigarettenstand unterhalb vom Hofbräu Keller verkauft werden, hat es sich heuer nicht nehmen lassen, für den „Bergkönig Pinsl“ extra eine farbige Collage in Postkartenform zu kreieren.

Frau Christiane Altzweig, Fürther Künstlerin und Betreiberin des Pappmaché-Figurenkabinetts „Frau Kramers Welt“ (Theaterstraße 20, 90762 Fürth) schuf den guten Pinsl sogar überlebensgroß. Am Vatertag (Christi Himmelfahrt) und zumindest am Eröffnungstag der Erlanger Bergkirchweih durfte der stolze Pappmaché-Pinsl als Bergkönig sogar auf dem Podest des Erich-Türmlas der Menge zuprosten.

Ansonsten befand sich die Figur vom 17. Mai bis 2. Juni 2012 in der V-art-Galerie, Hauptstraße 33, Erlangen, wo Kulturmanager Josef Achleitner und Galerieinhaber Ralf Bertholdt im 1. Obergeschoss eine Retrospektive mit etwa 60 Werken aus vier Jahrzehnten von Erhard Königsreuther zeigten. Abgerundet wurde die Ausstellung mit diversen Zeitungsausschnitten und Fotografien aus dem Leben des Künstlers sowie einer Videoproduktion, in der diverse Zeitzeugen über ihre Begegnungen mit dem Erlanger Original schilderten.

Weitere Artikel zum Thema:

Der Bergkönig hat Leinwand und Maßkrug für immer in die Ecke gestellt

Die 257. Erlanger Bergkirchweih – alle sind zufrieden

Nachdem die 257. Erlanger Bergkirchweih bei Klängen von Lily Marleen Tausenden Taschentuchwinkern (auch der Himmel tröpfelte vorher ein paar Tränen) und dem obligatorischen Fassbegräbnis am Montag, 4. Juni 2012, zu Ende ging, lässt sich als Fazit ziehen: Rund 1 Mio. Besucher – Festwirte, Schausteller, Stadt Erlangen, Polizei und Rettungsdienste sind zufrieden. Und auch den immer weiter um sich greifende Dirndl- und Lederhosenirrsinn sowie die Tendenz, den Berg am Abend auf manchen Kellern in eine Ballermann-Partyzone zu verwandeln, lässt man gewähren.

Die Brauereien können sich ebenfalls freuen, schließlich spielte das durstig machende Wetter mit und schon am zweiten Kirchweihsamstag (vor Trinitatis), als der Berg gestürmt wurde wie selten, wurde es an manchen Kellern eng mit dem Gerstensaft bzw. mit den Maßkrügen. Am Schlusstag war es tatsächlich so weit: Um 21.45 Uhr gab es am Steinbach Keller kein Bergkirchweihbier mehr. Nachdem der letzte Tropfen des dunklen Elixiers aus dem Tank gezapft war, hieß es fortan, das naturbelassene Vollbier der Brauerei muss in die Krüge, sodass auch die obligatorische Nachfeier im Kellergewölbe mit Storchenbier zelebriert wurde – was der guten Stimmung aber keinesfalls schadete!

Ein Wort zum Schluss zur Zählweise: Auch wenn wiederholt in den Printmedien von der 243. Ausgabe des Erlanger Traditionsfestes die Rede ist, bleiben wir auf Basis der 200. Erlanger Bergkirchweih, die die Stadt im Jahr 1955 feierte, dabei, 2012 hatten wir die 257. Erlanger Bergkirchweih, sodass wir uns 2013 auf den 258. Berg freuen können. Natürlich fiel die Bergkirchweih hungersnot- und kriegsbedingt mehrfach aus, doch schließlich werden auch weltkriegsbedingt ausgefallene Olympische Spiele hinsichtlich ihrer Nummerierung mitgezählt.

Weitere Fotoimpressionen der diesjährigen Erlanger Bergkirchweih von Sabine Ismaier: http://www.erlanger-fotos.de/fotogalerien/BKW2012/index.html

Die 257. Erlanger Bergkirchweih ist eröffnet!

Bei bestem Kerwaswetter wurde die 257. Bergkirchweih am Donnerstag, 24. Mai 2012, durch den Anstich des ersten Fasses Bergbier (OB Dr. Siegfried Balleis, 3 Schläge) am Erich Keller um 17:00 Uhr eröffnet.

Erlanger.de wünscht einen erfolgreichen und friedlichen Verlauf!

Für das aktuelle Bergkirchweihgeschehen verweisen wir auf die Internetseiten von http://www.berch.info sowie der-berg-ruft.de

Jubiläumsfest am 7. Mai 2012: 300 Jahre Erlanger Braukunst an der Südlichen Stadtmauer (1712 – 2012)

Zur Krönung des verlängerten, von der Witterung leider nicht sehr begünstigten Jubiläumswochenendes der Kitzmann-Bräu hatte Peter Kitzmann im Namen seiner Familie am Montag, 7. Mai 2012, um 11.00 Uhr Kunden und Freunde der Brauerei zu einem bunten Festprogramm eingeladen. Die schöne und wirklich gelungene Veranstaltung wurde von Klaus Karl-Kraus moderiert und von den Dellnhauser Musikanten gekonnt musikalisch begleitet. Nachdem der Hausherr seine Gäste auch im Namen des anwesenden Vaters und Seniorchefs Karl Kitzmann und seines Bruders Johannes herzlich begrüßt hatte, war es an Historiker Martin Schieber, in einem sehr interessanten und kurzweiligen 5-Minuten-Vortrag die Gründungsgeschichte um das Jahr 1712 zu beleuchten und in den Kontext der damaligen territorialen Situation und politischen Gegebenheiten zu stellen. Und dann kam’s: Klaus Karl-Kraus verwandelte sich in den Brauereigründer Monsieur Leonard Wernand de Buirette, der die leibhaftig vorbeikommende Markgräfin Elisabeth Sophie (blasiert und wohl treffend dargestellt von der Schauspielerin Gisela Volk) immer wieder und wieder um Erteilung der Genehmigung zur Herstellung von Bier und Branntwein anbettelte. Diese stimmte schließlich mit den fiktiven Worten zu, er solle sich als dankbar erweisen und aus der Markgrafenfontäne des Hugenottenbrunnens hinterm Schloss sein Bier sprudeln lassen! Und – so die Fürstin weiter -, dass es ja sowieso nur ein paar Jahre dauern werde, bis es mit seiner Bierbrauerei wieder vorbei sei. Aber weit gefehlt – 300 Jahre später saß die Festgemeinde im Brauereihof der Familie Kitzmann und feierte bei Rotbier 300, Bergkirchweihbier, Hefeweizen oder Radler bzw. den alkoholfreien Limonadenspezialitäten von Frankenbrunnen (eine Entdeckung: die relaunchte Traditionsmarke Raspa). Dazu schmeckte ein frisch gegrillter Ochs am Spieß mit Blaukraut und Klößen hervorragend. Hierfür zeichnete die Familie Güthlein vom Gasthaus zur Einkehr in Erlangen-Büchenbach verantwortlich, die selbstverständlich auch ihre köstlichen Bratwürste anbot.

Für den süßen Abschluss sorgten dann fränkische Küchle und eine Neuauflage der schon an Lichtmess 2012 bei der Präsentation des Rotbiers 300 angebotenen Beerensahnetorte mit Kitzmann-300-Braukunst-Marzipandekoration. Kissenküchle und das dreistöckige Sahnekunstwerk kamen wie auch alle anderen Backwaren des Festes aus dem Hause Gulden. Das Wetter passte (es war zwar etwas kühl, aber es blieb durchgängig trocken), sodass die Gäste nach ein paar Stunden glücklich und zufrieden, beschenkt mit wuchsstarken Hopfenstöcke für den heimischen Garten und ein paar Flaschen Rotbier 300 für den häuslichen Genuss, von dannen zogen. Und die Braukunst in der Südlichen Stadtmauerstraße lebt weiter, was die Braumeister Benjamin Kloos und Stefan Herz während der Festbeiträge eindrucksvoll demonstrierten, indem sie just in diesem Zeitfenster einen Sud Edelpils kochten, dessen weiße Dampfschwaden unübersehbar aus dem „kitzomanischen Brauhausschlot“ in den weiß-blauen Himmel aufstiegen …!

Erlanger Bierfrühling 2012: Mirjam Eckert ist die 12. Kitzmann-Bierkönigin

Die Bierkönigin steht nun fest: Herzlichen Glückwunsch Mirjam Eckert, zur Bierköniginnenwahl. (von links: Cornelia I., Peter Kitzmann, Miriam I., Klaus Karl-Kraus)

Die neue Kitzmann Bierkönigin heißt Mirjam I. Beim Erlanger Bierfrühling am Samstag, 5. Mai 2012, setzte sich Mirjam Eckert aus Hetzles gegen zwei weitere Finalistinnen in der Wahl zur Kitzmann Bierkönigin durch. Neben der neuen Regentin hatte die Jury auch die Hotelfachfrau Eveline Schilling aus Uttenreuth und die Jura-Studentin Lisa Rüger aus Buckenhof zur Endausscheidung nominiert. Die neue Bierkönigin, die im bürgerlichen Leben Informatik und Elektrotechnik an der FAU studiert, konnte das Publikum mit ihrer sympathischen Art, viel Charme und einer guten Portion Schlagfertigkeit überzeugen. Ein Jahr lang wird sie die Erlanger Familienbrauerei, die dieses Jahr 300 Jahre Braukultur in der Südlichen Stadtmauerstraße feiert, unter dem Namen Mirjam I. als zwölfte Bierkönigin repräsentieren.

Neben der Wahl zur Bierkönigin stand beim Erlanger Bierfrühling viel gute Laune auf dem Programm: Die Partyband „Jump 5“ sorgte am Samstag im Brauereihof für Stimmung. „Wir wollen unser Jubiläum gemeinsam mit den Bürgern Erlangens begehen. Deshalb haben wir den Bierfrühling dieses Jahr verlängert und feiern das ganze Wochenende“, erklärte Peter Kitzmann noch am Krönungsabend – trotz der kühlen Witterung. Ab 11 Uhr konnten die wahren Kitzmann-Fans am Sonntag, 6. Mai 2012, beim Bierfrühlings-Frühschoppen mit einer Maß zum Jubiläumspreis von 3 Euro anstoßen – musikalisch umrahmt von der Stadtjugendkapelle Herzogenaurach. Doch Dauerregen und Kälte ließen keine rechte Stimmung aufkommen, so dass die Veranstaltung gegen 13 Uhr schon wieder beendet wurde. Die durchaus überschaubare Gästeschar zeigten sich einsichtig und feierte einfach in der warmen und trockenen BräuSchänke weiter!

 

Aber zurück zur schönsten Seite der Privatbrauerei: Auch im Jubiläumsjahr 2012 war der Wettstreit der Thronanwärterinnen der Höhepunkt des Erlanger Bierfrühlings. Die Gäste im Brauereihof verfolgten den Dreikampf, den Zeremonienmeister Klaus Karl-Kraus gewohnt launig moderierte. „Am Ende entscheiden Sie, wer ein Jahr lang das Zepter schwingen darf“, klärte er die Besucher über ihre zentrale Rolle auf. Erstmals entschieden die Gäste nicht mit ihrem Applaus über die neue Bierkönigin, sondern wählten ihre Favoritin mit verschiedenfarbigen Chips, die mit den farbigen Dirndl-Schürzen der Bewerberinnen übereinstimmten: „Unsere ehemaligen Bierköniginnen sammeln die Chips nach der letzten Aufgabe ein“, erklärte Klaus Karl-Kraus. Die drei Bewerberinnen, die alle stilecht von der Erlanger Dirndl Garage eingekleidet worden waren, legten sich daher besonders ins Zeug, um das Publikum von sich zu überzeugen. In einem Kurz-Interview stellten die Bewerberinnen ihre Souveränität unter Beweis, anschließend war Spontanität gefragt: Kurzfristig und ohne Vorbereitung sollten sie im Brauereihof für Stimmung sorgen. Bei der letzten Aufgabe mussten sie mit einem traditionellen Fass-Anstich (jede hatte „ihr“ 30 Liter-Kerwabierfass) das Publikum von ihrer „Schlagfertigkeit“ überzeugen – was mit gehörigen Gerstensaftduschen für die Fotografinnen in der ersten Reihe einherging. Das gezapfte Bier verteilten die Bewerberinnen zur Freude der versammelten Kitzmann-Fans unter den durstigen Besuchern. Bei allen Aufgaben konnte Mirjam Eckert punkten – das Publikum gab für sie die meisten (roten) Plastikchips ab und wählte sie so unter großem Applaus zur 12. Kitzmann Bierkönigin.

Nach der Krönungszeremonie genoss die neue Bierkönigin Mirjam I. den gemütlichen Teil des Abends und feierte gemeinsam mit Freund und Gefolge zur Musik der Partyband „Jump 5“. Für den bierig-kulinarischen Genuss sorgten das Echte Erlanger Bergkirchweihbier, Rotbier 300, Hefeweizen und das Bergradler der Brauerei Kitzmann sowie die fränkischen Schmankerln des Gasthauses „Zur Einkehr“ der Familie Güthlein, der Kitzmann BräuSchänke und der Bäckerei Gulden.

Die scheidende Bierkönigin Cornelia I. war etwas wehmütig, als sie in ihrer letzten Amtshandlung der neuen Kitzmann Bierkönigin Mirjam I. die Insignien feierlich überreichte. „Es war ein aufregendes Jahr und es hat unglaublich viel Spaß gemacht, die Brauerei Kitzmann zu repräsentieren. Man lernt bei den verschiedenen Auftritten viele interessante Menschen kennen und erlebt unglaublich viel“, sagte Cornelia Bier und weckte damit schon Vorfreude bei ihrer Nachfolgerin. Ab sofort wird Mirjam I. die Brauerei auf Messen, Festumzügen und Kirchweihen vertreten. „Wir sind stolz darauf, dass die Begeisterung für unsere Bierkönigin ungebrochen groß ist. Mittlerweile kann man sich unsere Brauerei ohne unsere kleine Gerstensaft-Monarchie überhaupt nicht mehr vorstellen“, meinte Hausherr Peter Kitzmann.

 

Neuer Webauftritt von erlanger.de geht rechtzeitig vor der Bergkirchweih 2012 online

Erlanger.de hat in den letzten Wochen seine Homepage überarbeitet und wird sich ab sofort mit neu gestalteten Internetseiten präsentieren. Die Internetpräsenz wurde in den letzten Wochen bereits mit den fehlenden Artikeln über die letztjährigen Bier-Events in Erlangen, mit aktuellen und auch zurückliegenden Inhalten, neu erstellt. Die Webseiten basieren  auf dem Content-Management-Systems “WordPress”.

Das Steinbach-Bergkirchweihbier 2012

Am Tag des deutschen Bieres, 23. April 2012, präsentierte die Steinbach Bräu ihr aktuelles Bergkirchweihbier. Trotz Kälte und einem noch kurz zuvor heruntergegangenen Regenschauer versammelten sich um 18.00 Uhr viele Erlanger Bierfans im Brauereihof an der Vierzigmannstraße, um dabei zu sein, wie der Erlanger Fotograf Bernd Böhner mit drei gekonnten Schlägen das erste Holzfass mit dem kräftig dunklen Elixier anstach. Die Brauer- und Mälzerfamilie Gewalt hatte Bernd Böhner nicht von ungefähr als „Gastanzapfer“ ausgesucht, begleitet er doch schon seit vielen Jahren das Erlanger Bierkulturgeschehen mit seiner Kamera. Außerdem ist er Autor mehrerer ausgezeichneter Bildbände – ein nicht zu unterschätzender Faktor für den 23. April, der bekanntermaßen auch Tag des Buches ist. Bei Kälte vertreibenden Klängen von Gonzos Dixie Combo, Brunner-Bratwürsten und dem traditionellen Biergulasch nach einem Originalrezept von Sophie Steinbach schmeckte das dunkle Festbier heuer besonders gut. Zeichnete es sich doch mit 13,8 % Stammwürze und etwa 6 % vol. alc. als gut gehopft in Balance mit einer angenehmen malzigen Süffigkeit aus. Die Gäste konnten sich nach dem ersten von Bernd Böhner angezapften 55-Liter-Fass noch über zwei weitere 30-Liter-Fässer Freibier freuen. Diese Freude ist ein schöner Vorgeschmack auf die 257. Erlanger Bergkirchweih, die am 24. Mai 2012 mit dem obligatorischen Anstich des ersten Fasses durch Herrn Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis auf dem Podium des Erich Kellers starten wird.

Das Kitzmann-Bergkirchweihbier 2012 – Spendenaktion im Jubiläumsjahr

Anstisch Bergbier 2012
Mit fünf Schlägen zapfte Erlangens Umweltreferentin Marlene Wüstner das erste Fass des echten Erlanger Bergkirchweihbieres in der Kitzmann BräuSchänke an. Braumeister Stefan Herz, Erster Braumeister Benjamin Kloos, Moderator Klaus Karl-Kraus und Brauereiinhaber Peter Kitzmann (v.l.) in spannungsvoller Erwartung. Foto: Mile Cindric

Nicht mehr lange, dann beginnt in Erlangen wieder die fünfte Jahreszeit: Am 24. Mai eröffnet Erlangens Oberbürgermeister Dr. Siegfried Balleis die 257. Bergkirchweih am Erich Keller. Für Liebhaber des Echten Erlanger Bergkirchweihbieres der Brauerei Kitzmann hat das Warten schon seit März ein Ende: Der Jubiläumsjahrgang 2012 ist bereits im Getränkehandel erhältlich. Beim Fassanstich in der Kitzmann BräuSchänke, den in diesem Jahr Erlangens Umwelt-, Ordnungs- und Rechtsreferentin Marlene Wüstner zielsicher vornahm, konnten sich die Gäste am 20. April vom süffigen 2012er Festbier überzeugen. Mit einem Stammwürzegehalt von 13,4% und 5,9% vol. Alkohol schmeckt es angenehm weich und rund; es steht es in bester Tradition der für die Erlanger Bergkirchweih eingebrauten „Kerwasbiere“.

Für die Brauerei Kitzmann steht die 257. Bergkirchweih ganz im Zeichen ihres diesjährigen Jubiläums: Bereits seit 300 Jahren ist in der Südlichen Stadtmauerstraße die Braukunst zu Hause. Das nimmt Peter Kitzmann zum Anlass, den Anstich des ersten Fasses des Echten Erlanger Bergkirchweihbieres ganz dem Schutz der Erlanger Gewässer zu widmen. „Der Gewässerschutz ist uns seit Jahren eine Herzensangelegenheit“, erklärte Peter Kitzmann, „schließlich ist Wasser auch mengenmäßig der zentrale Rohstoff unseres Bergkirchweihbieres“. Das Brauwasser für das Kitzmann-Bier erfreut sich im hauseigenen Tiefbrunnen bester Qualität. Deshalb möchte Peter Kitzmann einen aktiven Beitrag zum Schutz des Erlanger Wassers leisten.

Auch Umweltreferentin Marlene Wüstner, die beim Anstechen des Fasses von den durstigen Gästen viel Applaus erntete, unterstrich die Bedeutung des Gewässerschutzes in der Hugenottenstadt: „Die Stadt und die Stadtwerke arbeiten unentwegt daran, die hohe Wasserqualität in Erlangen zu erhalten. Umso erfreulicher ist es natürlich, wenn diese Arbeit zusätzliche Unterstützung erfährt“, erklärte sie und verwies unter anderem auf das Engagement der Brauerei bei der Sanierung des Alterlanger Sees. Auch im Jubiläumsjahr 2012 gebe es zahlreiche Gewässerschutz-Projekte, die von Spenden aus der Wirtschaft und privater Geldgeber profitieren. „So soll unter anderem der Erba-Weiher am Färberhof saniert werden“, nennt Wüstner ein Beispiel.

„Ich würde mich besonders freuen, wenn wir mit unserem Beitrag zum Gewässerschutz andere dazu motivieren könnten, sich ebenfalls mit einer kleinen Spende am Schutz des Erlanger Wassers zu beteiligen“, so Peter Kitzmann, der extra ein Spendenkonto für den Gewässerschutz einrichten ließ: Kto-Nr 300000116, BLZ: 76360033, VR Bank Erlangen-Höchstadt eG. Die Veranstaltung in der Kitzmann BräuSchänke klang bei fränkischen Bratwürsten mit Sauerkraut in geselliger Runde aus.

Auf dem Weg ins Industriezeitalter – Ausstellung des Stadtmuseums Erlangen vom 9. Oktober 2011 bis zum 4. März 2012

Mit der Industrialisierung vollzog sich ein epochaler Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft. Das Maschinenzeitalter brachte nicht nur eine Vielzahl technischer Neuerungen wie die Dampfmaschine, die Eisenbahn und das Telefon, sondern auch tiefgreifende Veränderungen in der Produktionsweise, im Verkehrswesen sowie in den Lebensbedingungen der Menschen.

Die Ausstellung „Auf dem Weg ins Industriezeitalter“ im Stadtmuseum Erlangen zeichnete diese Entwicklungen unter einer stadtgeschichtlichen Perspektive nach. Der einführende Überblick machte deutlich, dass der Weg Erlangens ins Industriezeitalter mit dem Niedergang traditioneller Gewerbe begann und dass die Stadt auch während des Kaiserreichs keine reine Industriestadt war, sondern durch die Universität und die Garnison mitgeprägt wurde.

Weitere Schwerpunkte waren der Kanal- und der Eisenbahnbau, der Aufschwung der Brauereien, die Geschichte der ersten großen Fabriken und die Entstehung der Erlanger Stadtwerke. Ein eigener Ausstellungsbereich war der Arbeiterschaft und den Anfängen der Arbeiterbewegung gewidmet. Am Ende stand ein Blick auf die heutige Erlanger Industrie. Zu den herausragenden Exponaten zählten das Modell einer Dampflok der Königlich Bayerischen Staatsbahnen, der Tresor der Erichbrauerei und ein vollständiger Röntgenapparat der Fa. Reiniger, Gebbert und Schall (Vorgängerin vom heutigen Siemens-Bereich Healthcare).

Wir waren zur Finissage am Sonntag, 4. März 2012, im ehemaligen Altstädter Rathaus und begleiteten Museumsleiter Thomas Engelhardt bei einer Führung durch die Ausstellung. Natürlich stand für uns im Mittelpunkt, wie die Geschichte der Erlanger Exportbierbrauereien im Licht des Zeitraumes 1844 bis 1914 dargestellt wurde.

Danach hielt Herr Engelhardt einen bestens besuchten Vortrag über die Geschichte der H. Henninger Reifbräu, Erich Bräu und Brauerei Ott und lud anschießend alle Interessierten zur Besichtigung der ehemals Ottschen Brauereikeller unter und vor dem Anwesen Altstädter Kirchenplatz 7 ein.

Nach dem Besuch der Ausstellung waren natürlich die Kehlen trocken, sodass sich ein Besuch in der nahen Steinbach Bräu anbot. Hier konnte man sich an dem – noch – am Hahn befindlichen köstlichen Steinbach-Weizenbock laben („der Ladykiller – Vorsicht gefährlich“) und mit der Brauereibelegschaft freuen, dass am Vortag, 3. März 2012, das Steinbach-Storchenmännchen auf seinen Horst hoch über den Dächern der Brauerei wohlbehalten und gut genährt aus dem Winterquartier zurückgekehrt war.

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